Geld anlegen - Investment Tipps für Einsteiger

Die Grundlagen finanzieller Bildung

Posted by Pascal Landau on 2020-01-12 18:00:00
Achtung: Work in Progress!
Dieser Artikel ist unter Bearbeitung und noch nicht abgeschlossen. Einige Kapitel sind noch unvollständig oder gar nicht existent. Ich habe mich entschlossen dennoch einen Zwischenstand zu veröffentlich, da ich überzeugt bin, dass auch die aktuelle Version bereits einen Mehrwert liefert.

Unter meiner About me Seite findet ihr diverse Kontaktmöglichkeiten über soziale Netwerke. Gerne Bescheid geben, falls ich eines der noch ausstehenden Kapitel besonders priorisieren soll.
Letztes Update: 2020-01-19
In diesem Artikel werden Zinswerte genannt, die sich mit der Zeit ändern. Deshalb bitte das Datum der letzten Aktualisierung beachten.

Finanzen ist "eines dieser Themen". Themen wie "Ablage machen", "Steuererklärung", etc. Man müsste sich mal darum kümmern, weil ist ja auch wichtig. Aber es ist einfach echt schwer den Anfang zu finden...

Ein Lichtblick vorab: Das ist alles gar nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht und ich verspreche dir, dass dir am Ende des Artikels auch bei Begrifflichkeiten wie "Emergency Fund" und "thesaurierender Indexfond" nicht nur große Fragezeichen in den Augen stehen. Außerdem bekommst du einen praktischen Leitfaden, den du für deine persönliche Situation adaptieren kannst.

À propos persönliche Situation: Da das Thema Finanzen eigentlich jeden Menschen früher oder später betrifft, habe ich bereits mit den unterschiedlichsten Leuten Gespräche dazu geführt. Meistens waren folgende Punkte dafür ein Konversationsstarter:

  • Du verdienst dein erstes eigenes Geld und fragst dich nun, was du damit anfangen sollst
  • Du hast deinen Job gewechselt und kannst das erste Mal regelmäßig Geld sparen
  • Du bist durch ein besonderes Ereignis (z.B. Erbschaft oder Übertragung von Ersparnissen) in den Besitz von Kapital gekommen

Inhaltsverzeichnis

Das Ziel: Verstehen, anwenden, automatisieren

Am Ende dieses Artikels solltest du ein grundlegendes Verständnis davon haben, was es für unterschiedliche Finanzinstrumente gibt und ob diese für dich in Frage kommen. Du solltest deinen persönlichen Investitionsrahmen kennen und in der Lage sein, dir konkrete Anbieter für die Produkte der unterschiedlichen Finanzklassen herauszusuchen und diese zu vergleichen.

Und zu guter Letzt: Du kannst dir auf Grund deines neu hinzugewonnenen Wissens eine Strategie überlegen, mit der du automatisch jeden Monat dein überschüssiges Kapitel so investierst, dass du dich nicht aktiv darum kümmern musst. Das Schöne daran: "Strategie" klingt aufwendig und kompliziert, aber letztendlich wirst du vermutlich 3-4 Daueraufträge einrichten und das wars.

Die unterschiedlichen Finanzinstrumente

Bestandsaufnahme: Einkommen vs. Ausgaben

Ein regelmäßiger, positiver Einkommensüberschuss gibt dir die Möglichkeit des kontinuierlichen Investierens. Dazu müssen wir zuerst eine Bestandsaufnahme deiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben machen. Die (hoffentlich) positive Differenz stellt dein zu investierendes Einkommen (persönlicher Investitionsrahmen) dar, das wir im weiteren Verlauf auf verschiedene Finanzinstrumente verteilen werden.

Einnahmen und Ausgaben klassifizieren

Vermutlich stoßen wir jetzt schon auf die erste Hürde. Ist das Einkommen meist noch relativ einfach zu ermitteln (einige wenige "große" Zahlungen aufs Konto; meist in Form von Gehalt, Kindergeld, etc.) so sind die Ausgaben meist auf viele verschiedene Posten verteilt. Leider müssen wir einmal den Aufwand betreiben, die wiederkehrenden Kosten zu verstehen, damit wir die Grundlage für eine vernünftige Investitionsstrategie legen können. Wenn dir bei deinem aktuellen Lebensstil am Ende des Monats nämlich nichts übrigbleibt, dann müssen wir als erstes versuchen die regelmäßigen Ausgaben zu verringern.

Um hier nicht direkt die Motivation zu verlieren, schlage ich vor, dass wir uns gemäß des Pareto-Prinzips (auch als "80-20-Regel" bekannt) vorarbeiten und uns auf die großen und einfach zu ermittelnden Posten konzentrieren. Fürs Erste reicht es aus, wenn du dir bei jedem Punkt der nachfolgenden Tabelle notierst wie viel Geld du pro Monat ausgibst.

Es ist hier völlig okay, wenn du das erst Mal "aus dem Gedächtnis" machst und dabei einige Beträge nicht ganz korrekt sind oder einige Posten vergessen werden. Wichtiger ist es, dass das Ganze nicht länger als ein paar Minuten dauert und du nicht frustriert die Lust verlierst bevor wir zum spannenden Teil kommen.

Zur Orientierung habe ich dazu ein Beispiel vorbereitet, das du auch in diesem Google Sheet findest:

Posten Betrag
Wohnkosten
Kaltmiete 585,00 €
Heizkosten 50,00 €
Wasser 20,00 €
Strom 50,00 €
Telefon und Internet 30,00 €
Versicherungen
Haftpflicht 5,00 €
Hausrat 10,00 €
Rechtschutz 0,00 €
Berufsunfähigkeit 50,00 €
Lebensversicherung 0,00 €
Private Rentenversicherung 25,00 €
Einkaufen
Lebensmittel 200,00 €
Drogerieartikel 40,00 €
Medikamente 20,00 €
Möbel und Haushalt 100,00 €
Kleidung 150,00 €
Hobby und Freizeit
Smartphone 15,00 €
Mitgliedsbeiträge (Sportverein, Fitnessstudio) 50,00 €
Netflix 5,00 €
Amazon Prime 10,00 €
Spotify 10,00 €
Urlaub und Ausflüge 100,00 €
Kino, Ausgehen, sonstige Aktivitäten 50,00 €
Transport
Bus und Bahn Tickets 50,00 €
Auto inklusive Nebenkosten 150,00 €
Konsumkredite
Fernseher 25,00 €
Gesamt 1800,00 €

(Sollten dir ad hoc noch weitere Posten einfallen, darfst du diese natürlich gerne hinzufügen.)

Weiterhin gehe ich von einem Netto-Gehalt von 2.500€ aus.

Unterm Strich haben wir also Einnahmen von 2.500€ pro Monat denen 1.800€ Ausgaben gegenüberstehen. Da wir es hier mit einer groben Schätzung zu tun haben, schlage ich bei den Ausgaben noch einmal 10% (also 180€) drauf. Damit bleiben uns 520€ zu investierenden Einkommens pro Monat übrig.

Der Einfachheit halber gehen wir für den restlichen Artikel von den folgenden Werte aus:

  • Einnahmen: 2.500€
  • Ausgaben: 2.000€
  • Überschuss: 500€

PS: Ich möchte dir an dieser Stelle mitgeben, dass du dir in einer ruhigen Minute trotzdem die Zeit nehmen solltest, dir einen genauen Überblick zu verschaffen. Bis dahin darfst du den nächsten Abschnitt aber guten Gewissens überspringen 😊

Detaillierte Einnahmen und Ausgaben Übersicht

Tipp
Es gibt inzwischen bereits einige Smartphone-Apps wie zum Beispiel Finanzguru, die für dich eine automatische Klassifizierung deiner Ausgaben vornehmen und dir teilweise sogar Vorschläge zur Optimierung unterbreiten (z.B. Wechsel eines teuren Stromvertrages). Weitere Beispiel-Apps findest du hier.

Falls du die Sache lieber selbst in die Hand nehmen möchtest (schließlich geht es um deine Finanzen), schlage ich Folgendes vor: Besorg dir einen Export deines Onlinebanking Kontos, ordne die einzelnen Posten manuell einer Kategorie zu und markiere sie als Einmalzahlung oder wiederkehrend (monatlich, jährlich, ...).

Exporte bieten eigentliche alle Banken in gängigen Formaten (zum Beispiel als CSV oder sogar Excel Datei) an. Meistens findest du die Funktionalität in deiner Finanzübersicht, also dort, wo die Geld Ein- und Ausgänge aufgelistet sind. Bei der DKB Umsatzübersicht sieht das zum Beispiel wie folgt aus:

DKB Transaktionen exportieren

Nach dem Herunterladen kannst du die Datei entweder mit Microsoft Excel oder der kostenlosen Variante OpenOffice Calc öffnen. Falls du ein Google Konto besitzt, kannst du auch Google Sheets verwenden und die Datei mit der Funktion Importieren einlesen.

Sollte all das bei dir nicht funktionieren oder solltest du gar kein Onlinekonto besitzen, bleibt dir leider nur die Kontoauszug-mit-Stift-und-Papier Variante und der gute alte Taschenrechner. Aber: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg ¯\(ツ)

Das Girokonto - die grundlegende Finanzbasis

Das Girokonto ist zur Abwicklung des generellen Geldverkehrs (also sowohl für Einnahmen als auch für Ausgaben) das Konto der Wahl. Da es hier ein breites Spektrum an Angeboten gibt, empfehle ich auf folgende Punkte als Muss-Kriterien zu achten:

  • Das Girokonto sollte kostenlos sein, d.h.
    • Keine Kontoführungsgebühren
    • Keine zusätzlichen Kosten für Überweisungen
  • Es gibt keine Negativ-Zinsen auf das Guthaben des Kontos
  • Mit der dazugehörigen Girocard sollte man kostenlos Geld abheben können
  • Es gibt eine Online-Bedienoberfläche und im besten Falle eine dedizierte Smartphone App

Mir ist übrigens keine Bank bekannt, bei der man als langfristiger Bestandskunde dauerhaft noch Zinsen auf das Guthaben eines Girokontos bekommt. Hier geht es also absolut nicht um Rendite, sondern vorrangig um Sicherheit, Verlässlichkeit und das Vermeiden von Kosten.

Wie viel Geld sollte man auf dem Girokonto haben?

Als Daumenregel sollte man das 2 bis 2,5 fache der monatlichen Ausgaben auf dem Girokonto haben. Bei 2.000€ Ausgaben wären das also zwischen 4.000€ und 5.000€. Da sich die Summe in der Regel über den Monat hinweg verringert, bezieht sich dieser Wert auf den Anfang des Monats, also bevor die regelmäßigen Ausgaben abgezogen werden.

Wie hoch sollte der Dispozins / Dispokredit des Girokontos sein?

Als Dispokredit bezeichnet man den Geldbetrag, mit dem man sein Girokonto überziehen (also ins Negative rutschen) darf. Der Dispozins ist der "Strafzins", den die Bank dafür aufruft. Deshalb die ehrliche Antwort: Die Höhe des Dispozinses ist egal, denn: Er sollte niemals in Anspruch genommen werden, da er in der Regel horrende Höhen (10+%) annimmt. Siehe dazu auch das nächste Kapitel zum Thema Emergency Fund.

Benötige ich ein Girokonto mit Kreditkarte?

Ich empfehle: Ja. Dies Antwort hat jedoch eher praktische Gründe, denn die Kreditkarte ist teilweise die einzige Möglichkeit im Internet oder im Ausland zu bezahlen. Außerdem kann sie im Notfall eingesetzt werden, falls das Girokonto kurz vor der Überziehung ist. Es gelten die gleichen Anforderungen wie an das Girokonto: Möglichst ohne monatliche Grundkosten und ohne Kosten bei der Nutzung.

Welches Girokonto nutze ich?

Ich habe im Jahr 2018 mein Konto bei der Sparkasse aufgelöst, da ich die persönliche Betreuung nicht in Anspruch genommen habe, dafür aber 42€ Kontoführungsgebühren pro Jahr zahlen musste. Als neue Bank habe ich die DKB ausgewählt, da ich hier mehrere Vorteile kombinieren kann:

  • Das Konto ist komplett kostenlos
  • Es gibt eine kostenlose Kreditkarte, mit der man überall kostenlos bezahlen und Geld abheben kann
  • Es gibt ein Tagesgeldkonto dazu, auf das man automatisch einmal monatlich überschüssige Beträge des Girokontos überweisen kann
  • Es gibt eine Smartphone App mit der man das Online Banking bedienen kann

Insgesamt würde ich dieses Konto, das unter dem Namen DKB-Cash läuft momentan auch uneingeschränkt empfehlen, wobei die kostenlose Kreditkarte der für mich entscheidende Faktor ist.

Der "Notgroschen" (aka Emergency Fund)

Bevor wir richtig loslegen, müssen wir uns ein finanzielles Sicherheitsnetz aufbauen. Dieses ist gemeinhin auch als Notgroschen (oder englisch "Emergency Fund") bekannt. Sinn und Zweck dieser Notfallreserve ist das Wappnen gegen unvorhersehbare Ereignisse.

Ein Beispiel

Es ist Weihnachten und ihr habt die Familie zum Raclette-Essen eingeladen. Leider hat der Architekt eurer wunderschönen Altbauwohnung zu Bauzeiten nicht mit dem steigendem Energieverbrauch der nachfolgenden Generationen gerechnet. Heißt: Raclette-Stecker rein - Sicherung raus. Und da ein Unglück selten allein kommt, steigt aus Richtung des Kühlschranks auch noch ein seltsam schwarzer Rauch auf.

Das gute Stück ist wohl hinüber. Ohne Kühlschrank lebt es sich aber nicht so gut, deshalb muss möglichst schnell ein neuer her. Da der Geldbeutel zur Weihnachtszeit leider ohnehin nicht so prall gefüllt ist, stehen wir nun vor einem kleinen finanziellen Problem.

Aber alles nicht so schlimm, denn in der heutigen Zeit sind Finanzierungen von Haushaltsgeräten ja kein Problem mehr. Blöd ist nur, dass wir uns damit unseren schönen Investmentplan in die Haare schmieren können, denn erstmal haben wir uns nicht nur eine neue monatliche Rate aufgehalst. Zusätzlich haben wir auch noch Zinskosten für den Kredit, was im wahrsten Sinne des Wortes rausgeworfenes Geld darstellt.

Denn: Die Kosten für Konsumkredite übersteigen die Zinsen aus sicheren Sparanlagen meist um ein Vielfaches.

Um solche Situationen von vornherein aus dem Weg zu gehen, legt der vorausschauende Investor einen Emergency Fund an.

Wie hoch sollte der Emergency Fund sein?

Als Faustregel gilt: Der Emergency Fund sollte etwa das 3 bis 6 fache der monatlichen Ausgaben betragen. Bei 2000€ Ausgaben wären das also zwischen 6.000€ und 12.000€. Ob für dich eher die obere oder untere Grenze gilt hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Die folgenden Punkte sind Indizien dafür, dass du dich eher an der oberen Grenze orientieren solltest:

  • Großes Sicherheitsbedürfnis, geringe Risikotoleranz
  • Abhängigkeit von "teuren" Produkten (z.B. Auto wird benötigt um zur Arbeit zu fahren)
  • Geringe Sicherheit des Arbeitsplatzes
  • Verantwortung für weitere Personen (Kinder, Eltern)

Sollte der Emergency Fund Rendite abwerfen?

Nein. Du kannst dir deinen Notgroschen eher wie eine Art Versicherung als ein Investment vorstellen. Wichtig ist hier vor allem die schnelle Verfügbarkeit (bestenfalls innerhalb eines Tages). Außerdem ist es psychologisch sinnvoll, den Emergency Fund auf einem separaten Konto außerhalb deines normalen Girokontos zu lagern.

Wie/wo sollte der Emergency Fund liegen?

Ich würde zum Tagesgeldkonto raten, da:

  • Das Geld täglich (also innerhalb von 24 Stunden) verfügbar ist
  • Das Konto getrennt vom Girokonto ist

Als zusätzlichen "Bonus" gibt es zumindest noch minimale Zinsen. Diese gleichen zwar in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht einmal mehr die Inflation aus. Wenn man aber ohne Mehraufwand Rendite mitnehmen kann, dann spricht aus meiner Sicht nichts dagegen dies auch zu tun.

Im Kapitel Tagesgeld gehe ich noch einmal genauer auf dieses Finanzprodukt ein.

Konsumentenkredite - so schnell wie möglich weg damit

Das ist jetzt wirklich das letzte Kapitel, bevor wir endlich zum tatsächlichen Investieren kommen - versprochen. Im oben genannten Weihnachtsbeispiel wurde das Aufnehmen von (unnötigen) Krediten als absolutes No-Go bezeichnet. Was aber, wenn es bereits bestehende Verbindlichkeiten gibt? Dann gilt es, diese so schnell wie möglich zu beseitigen. Kreditzinsen wirken sich direkt negativ auf die Gewinne aus den übrigen positiven Investitionen aus und ihre Konditionen sind leider in der Regel deutlich schlechter.

Ein Beispiel

Du hast einen Fernseher im Wert von 1.000€ per Kredit gekauft und zahlst diesen nun in 12 Monatsraten ab. Bei durchschnittlicher Bonität zahlst du dabei ca. 3,0% Zinsen. Heißt:
1.000€*0,03 = 30€ Zinsen

Auf der anderen Seite hast du ein Tagesgeldkonto eröffnet, bei dem du aktuell ca. 0,25% Zinsen erhältst (kein Tippfehler...). Hättest du die 1.000€ also dort über ein Jahr angelegt, entspräche das
1.000€*0,0025 = 2,50€ Zinsen

Krass, oder? Aber so sehen die aktuellen Marktkonditionen aus. Kredit heißt: Geld ist weg. Deshalb gilt: Im besten Fall immer vermeiden und ansonsten so schnell wie möglich weg damit.

Tagesgeld - der Einstieg in die Geldanlage

Ein Tagesgeldkonto ist unser erster Schritt in Richtung Investment: Hier gibt (geringe) positive Zinsen bei maximaler Sicherheit. Das Geld auf dem Tagesgeldkonto ist innerhalb eines Tages verfügbar (wer hätte es gedacht). In der Regel gibt man ein Girokonto als Referenzkonto an und kann vom Tagesgeldkonto nur an dieses Referenzkonto überweisen.

Worauf sollte man beim Tagesgeld achten?

Die grundlegenden Faktoren sind nach Wichtigkeit geordnet:

  • Einlagensicherung des Guthabens / Land der Bank
  • Keine Kosten (Kontoführungsgebühren oder ähnliches)
  • Tägliche Verfügbarkeit
  • Zinskonditionen (Höhe und Ausschüttungsinterval)

Diese Reihenfolge spiegelt den Zweck des Tagesgeldes wider: Du wirst hier keine großen Gewinne einfahren, aber du hast die maximale Sicherheit, dass du dein Geld "nicht verlierst". Außerdem ist es "runter vom Girokonto", d.h. du kommst nicht in Versuchung es auszugeben und bekommst sogar noch ein paar Euro Zinsen oben drauf.

Einlagensicherung des Guthabens

Banken garantieren bis zu einer gewissen Höhe, dass das verwaltetet Geld auch tatsächlich abgerufen werden kann. Hört sich erstmal seltsam an, aber es kann immer passieren, dass eine Bank Pleite geht. Für diesen unwahrscheinlichen Fall sind Banken gesetzlich verpflichtet eine Sicherung der Einlagen ihrer Kunden zu gewährleisten. Funktioniert dann in der Praxis so, dass zum Beispiel das Land in dem die Bank ansässig ist für diese Gelder bürgt.

Ich empfehle hier deshalb auf Banken zu setzen, die in einem Land mit gutem Kreditrating ansässig sind. In Europa haben die folgenden Länder ein gutes bis sehr gutes Rating:

  • Dänemark
  • Deutschland
  • Luxemburg
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Schweden
  • Schweiz
  • Österreich
  • Frankreich

Wie viele Zinsen gibt es auf einem Tagesgeldkonto?

Die Zinskonditionen spielen beim Tagesgeldkonto eine untergeordnete Rolle. Das generelle Zinsniveau ist aktuell derart gering, dass eine Optimierung hier kaum lohnt. Es liegt zwischen 0% und 0,5%, wobei es sich bei der oberen Grenze meist um zeitlich begrenzte Angebote für Neukunden handelt.

Weiterhin sollte man bezüglich der Konditionen darauf achten, wann Zinsen gezahlt werden. Generell gilt: Je kürzer das Intervall desto besser. Einige Banken bieten zum Beispiel monatliche Zinsgutschriften an, so dass man zum einen schneller über die Zinsen verfügt und zum anderen etwas stärker vom Zinseszins-Effekt profitiert.

Aber nochmal: Das Tagesgeld ist definitiv kein Wachstumstreiber beim Vermögensaufbau, wie die folgende Grafik eindrucksvoll an Hand der erschreckenden Talfahrt des Zinskurses zeigt.

Statistiken zur Entwicklung der Tagesgeldzinsen im Monatsvergleich

Quelle: tagesgeldvergleich.net

Wie finde ich das richtige Tagesgeldkonto?

Zunächst einmal solltest du dir deine eigenen Prioritäten bewusst machen und dann einen Tagesgeldvergleich deines Vertrauens zu Rate ziehen. Ich benutze dafür normalerweise den Tagesgeldrechner von tagesgeldvergleich.net, die zwar nicht durch Optik dafür aber durch Inhalte und einfache Bedienbarkeit überzeugen.

Ein persönliches Beispiel

Ich würde die Zinskonditionen nicht ignorieren, aber sie auf Grund des aktuellen absoluten Renditepotenzials ans Ende der Prioritätenliste setzen.

Ich stehe zum Beispiel gerade vor der Herausforderung, dass ich gerne mehrere Tagesgeldkonten voneinander getrennt haben möchte um dort für unterschiedliche Zwecke (zum Beispiel zur Jahrestilgung von Immobilienkrediten) Geld ansparen zu können. Es gibt allerdings nur eine Hand voll Anbieter, die das Anlegen von sogenannten Unterkonten überhaupt zur Verfügung stellen.

In diesem Fall bin ich gerne bereit auf ein paar Zehntel-Prozentpunkte an Zinsen zu verzichten, wenn ich dafür nicht "noch ein weiteres Konto" anlegen muss. Denn: Jedes weitere Konto heißt auch immer ein bisschen Aufwand (registriren, Passwörter merken, Steuereklärungen, etc.)

Welche Tagesgeldkonten nutze ich?

Meine eigene Kontenlandschaft ist historisch gewachsen:

Das Hauptkonto habe ich bei der Renault-Bank-Direkt bei aktuell 0,25% Zinsen als Bestandskunde. Dort bekam ich damals (ca. 2014) die besten Zinsen (1,5%) und die Konditionen haben sich seit dem immer im oberen Segment verglichen mit dem Markt bewegt. Außerdem gibt es dort monatliche Zinsgutschriften. Unterm Strich habe ich also schlichtweg keinen Grund zum Wechseln.

Durch mein Girokonto bei der DKB habe ich dort automatisch ein Tagesgeldkonto, das unter dem Namen DKB-VISA Tagesgeld läuft und an die kostenlose DKB VISA Kreditkarte geknüpft ist. Dort bekam ich bis Ende 2019 0,2% Zinsen bei ebenfalls monatlicher Gutschrift. Besonders schön ist hier die Funktion, Beträge über einem von mir definierten Schwellwert einmal im Monat automatisch vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto zu überweisen. Leider wurden die Konditionen zum 01.01.2020 auf 0,01% gesenkt und sind damit quasi uninteressant geworden.

Als dritte Bank im Bunde wird es wohl ein Konto bei der Rabodirect Bank geben, da ich dort Unterkonten einrichten kann. Dort gibt es aktuell 0,25% Zinsen bei monatlicher Gutschrift. Sollte das gut funktionieren, werde ich aus Vereinfachungsgründen vermutlich das Konto bei der Renault-Bank-Direkt auflösen.

Festgeld - risikoarm aber unflexibel

Festgeld ist die nächst höhere Stufe auf der Positiv-Zins-Leiter der Geldanlage-Möglichkeiten. Es ist eine absolut risikoarme Anlageklasse: Man zahlt Geld ein, wartet das Ende der definierten Laufzeit ab und bekommt dann garantiert seine Zinsen. Es unterscheidet sich vom Tagesgeld durch die Verfügbarkeit: Statt "täglich" verfügbar ist das Geld auf einem Festgeld-Konto für eine fest definierte Zeitspanne nicht abrufbar. Das geht bei drei Monaten los und kann bis zu 10 Jahren gehen. Diese verminderte Flexibilität wird durch (minimal) höhere Zinsen ausgeglichen.

Aber: Selbst diese erhöhten Zinsen sind in der aktuellen Niedrigzinsphase kaum der Rede wert.

Festgeldleiter zur Sicherung des Cashflows

Früher war es üblich mehrere Festgeldkonten zu besitzen und deren Lauzeit so zu strukturieren, dass man dennoch regelmäßig Zugriff auf Kapital hatte.

Beispiel
Am 1.1.2019 werden folgende Konten abgeschlossen:
  • erstes Konto: Laufzeit 1 Jahr; Fälligkeit zum 31.12.2019; Zinsen 0,5%
  • zweites Konto: Laufzeit 1,5 Jahre; Fälligkeit zum 30.06.2019; Zinsen 0,6%
  • drittes Konto: Laufzeit 2 Jahre; Fälligkeit zum 31.12.2020; Zinsen 0,7%

Am 31.12.2019 wird das Kapital des ersten Kontos frei. Falls es nicht benötigt wird, kann es nun wieder in ein viertes Festgeldkonto investiert werden, z.B über eine Laufzeit von 1,5 Jahren. Duch diese Strukturierung profitiert man von den besseren Zinsen der länger laufenden Konten aber sichert gleichzeitig den Kapitalzugang in regelmäßigen Abständen (alle sechs Monate nach dem ersten Jahr).

        Konto 1 Konto 2 Konto 3
           |       |       |   
01.01.2019 |       |       |   
           |       |       |   
30.06.2019 |       |       |   
           |       |       |   
31.12.2019 |       |       |    Konto 4
                   |       |       |   
30.06.2020         |       |       |   
                           |       |   
31.12.2020                 |       |   
                                   |   
30.06.2021                         |  
    

Warum früher? Naja, man kann das heute auch noch machen, aber Ertrag und Aufwand stehen für mich persönlich nicht mehr im Verhältnis.

Worauf sollte man beim Festgeld achten?

Die Kriterien sind die selben wie beim Tagesgeld: gute Einlagensicherung, keine Kosten, hohe Zinsen.

Wie viele Zinsen gibt es auf einem Festgeldkonto?

Das hängt vor allem von der Laufzeit ab. Bei bis zu 12 Monaten liegen die Zinsen bei Banken aus Ländern mit dem besten Rating bei ca. 0,6%. Am anderen Ende des Spektrums bei Laufzeiten größer 5 Jahre liegen die Zinsen bei ca. 1,3%.

Die folgende Grafik zeigt die negative Entwicklung über die letzten zehn Jahre eindrucksvoll. Dargestellt sind die Zinsverläufe für Festgeld über 12 Monate sowie über 5 Jahre.

Zinsverlauf für Festgeldkonten von 2011 bis 2020 Quelle: fmh.de

Wie finde ich das richtige Festgeldkonto?

Auch hier verweise ich auf den Abschnitt unter "Tagesgeld": Prioritäten klären und dann über einen Vergleichsrechner das passende Angebot suchen. Mein letztes Festgeldkonto habe ich über den Service Zinspilot abgeschlossen, da ich dort ohne erneuten Registrierungs- und Verifizierungsprozess Konten bei unterschiedlichen Banken eröffnen kann.

Welche Festgeldkonten nutze ich?

Aktuell gar keins. Wie oben erwähnt bewegt sich der Zinsunterschied zum Tagesgeld bei wenigen Zehntel-Prozent. Oder anders: Für 1.000€ gibt es pro Jahr 1€ "mehr" Zinsen. Dafür verliert man aber die Verfügbarkeit über das Guthaben und hat den zusätzlichen Aufwand, ein weiteres Konto anzulegen. Das steht für mich momentan nicht im Verhältnis.

Da habe ich das Geld lieber auf dem Tagesgeldkonto und kann von dort flexibel in ETFs oder Einzelaktien investieren.

ETF - der börsengehandelte Indexfond

ETF steht für Exchange-Traded Fund - also ein Aktienfond, der wie eine einzelne Aktie an der Börse gehandelt werden kann. Aber wenn du dich bisher noch nicht mit Aktien, Fonds und der Börse auseinandergesetzt hast, dann hilft dir diese Erklärung vermutlich nicht weiter, deshalb in Kurzform einmal von der Aktie bis zum börsengehandelten Indexfond:

Aktien: Anteile von Unternehmen

Damit Unternehmen in weiteres Wachstum investieren können, brauchen sie Kapital. Statt nun Geld von einer Bank zu leihen, kann das Unternehmen sich entschließen, Aktien auszugeben und diese über eine Börse zu handeln. Dadurch kann praktisch jeder einen kleinen Teil des Unternehmens kaufen.

Warum kann das für dich interessant sein? Wenn ein Unternehmen "wächst", also zum Beispiel mehr Umsatz (und im besten Falle auch Gewinn) also im Vorjahr macht, dann wird es "mehr wert". Damit werden auch die Aktien wertvoller, so dass du als Aktienbesitzer beim Verkauf der Aktie von der Wert-Differenz profitierst. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass es dem Unternehmen tatsächlich besser geht, denn es könnte sich auch in der umgekehrten Richtung entwickeln. In diesem Falle hättest du sogar Verlust gemacht, da nun auch deine Aktie weniger Wert ist.

Das folgende Chart zeigt die Aktienverläufe von Amazon und ProSiebenSat.1 über die letzten 10 Jahre. Hättest du etwa im Jahr 2016 eine Aktie von Amazon gekauft, wäre diese nun etwa das 4-fache Wert (2000 Dollar statt 500 Dollar). Im Falle von ProSiebenSat.1 wäre sie jedoch nur noch das 0,3-fache Wert (150 Dollar statt 500 Dollar).

Aktienverlauf Amazon vs. ProSiebenSat.1 von 2010 bis 2020 Quelle: boerse.de

Aktienfonds: Risikostreuung durch eine Sammlung verschiedener Aktien

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Risikoprofil bestimmen

  • was für ein Typ Mensch bist du?
    • risikofreudig
    • sicherheitsbewusst
  • Matrix / Graph der Finanzinstrumente bzgl Rendite und Risiko
  • Lebensumstände
    • für wen ist man verantwortlich? (Familie, Kinder, Hund, Eltern, ...)
  • gibt es bereits feststehende Ereignisse / Zeitpunkte zu denen größere Geldsummen benötigt werden?
    • Eigenheim => Reperaturen
    • neues Auto

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